| Sammeln von Bildkunst und Fälschungen |
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Wer sich für bildkünstlerische Arbeiten interessiert und sich von Zeit zu Zeit den Ankauf einer Zeichnung, einer Druckgrafik oder gar eines Aquarells, eines Gemäldes, vielleicht sogar einer Plastik leistet, wird daran viel Freude empfinden, kann doch auf diese Weise das heimische Umfeld ganz individuell, gleichsam unverwechselbar geschmückt werden. Manch einer wird sich allmählich aufs systematische Sammeln ausrichten. Es empfiehlt sich, nicht wahllos vorzugehen, sondern sich auf bestimmte Zeiträume, Sujets, Techniken und Stilrichtungen festzulegen, um eine gewisse innere Ordnung anzustreben. So wären beispielsweise druckgrafische Arbeiten der Moderne aus der der ersten oder zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (bei letzterem Teilbereich dann auch der Postmoderne) denkbar. Natürlich ist es auch imposant, sich auf einzelne Themen oder Genres, auf das Werk bestimmter Künstler in einzelnen Schaffensphasen oder auf markante Stilrichtungen; Handschriften und Schulen zu konzentrieren. Dem Metier des Sammelns von Bildkunst sind da kaum Grenzen gesetzt. Man denke etwa an niederländische Stadt- und Dorfszenen, an russische Ikonen oder an Meisterwerke des Holzschnitts in der Gegenwart. Beim Erwerb von Bildern und Plastiken ist man mitunter der Gefahr ausgesetzt, auf Fälschungen, die oft nur schwer von Originalen zu unterscheiden sind, hereinzufallen. Am wenigsten kommt man in eine Situation, wenn es möglich ist, ein Blatt oder eine Skulptur direkt vom Künstler in seinem Atelier zu erhalten. Seriöse Verkaufsgalerien bieten in den allermeisten Fällen die Gewähr dafür, dass es sich bei dem angebotenen Werken auch um Originale und nicht um Fälschungen handelt. Bei sehr teuren Arbeiten hochrangiger Künstler,so der namhaftesten Vertreter des deutschen Expressionismus aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, ist es bei angebrachtem Zweifel über die Echtheit angeraten, eine Expertise zu erbitten. Wer sich lange genug mit dem Sammeln auf seiner Spezialstrecke beschäftigt, wird durch häufige Museums- und Galeriebesuche, vor allem jedoch durch den Umgang mit entsprechender Fachliteratur hinreichend Kenntnisse und Fähigkeiten entfalten, Fälschungen von Originalen zu unterscheiden. Dazu ist ein gewisses Training kontinuierlich fortgesetzter Anschauung erforderlich. Für den jeweiligen Künstler charakteristische Linienführung, Komposition, Palette, Farbklang, Art und Stelle der Signatur können dabei eine Rolle spielen. Wenn dennoch Zweifel aufkommen, sollte ein Experte hinzugezogen werden. Zahlreiche Museen verfügen über exzellente Fachkräfte, die gerne Auskünfte erteilen. Für nicht wenige berühmte Künstler existieren sogar eigens museale Einrichtungen, in denen neben der Ausstellungstätigkeit wissenschaftlich gearbeitet wird. Genannt seien auf diesem Felde nur die Ernst-Barlach-Gedenkstätten in Güstrow, das Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin und das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen. Eine bildkünstlerische Arbeit ausschließlich nach Betrachtung eines Fotos zu erwerben, könnte sich letztendlich als riskant erweisen. Noch brisanter erscheint der unwiderrufliche Kauf auf der Basis einer Bildschirmstarstellung (wie bei ebay), wenn nicht dazu genügend Daten bereitgestellt werden, die Verlässliches über das Angebot aussagen und belegen. In solchen Fällen vermeidet man eigenen Schaden, wenn der Kauf nur unter dem Vorbehalt einer nachträglichen persönlichen Prüfung hinsichtlich der Echtheit erfolgt.
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